Pirmasens und Krefeld, März 2009. Vermeiden – statt kurieren. Vor dem Hintergrund dieses Schlagworts haben der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), Krefeld, und die apoplex medical technologies GmbH aus Pirmasens jetzt eine Kooperation geschlossen, die Demenz und Schlaganfall nicht mehr nur von der Behandlungsseite her, sondern betont präventiv angeht. Im Zuge dieser Vereinbarung können die etwa 3.500 an die Berufsverbände angeschlossenen Neurologen das Schlaganfall-Frühwarnsystem SRA (Schlaganfall-Risiko-Analyse) von apoplex medical technologies einsetzen. Die Abrechnung erfolgt im Rahmen eines integrierten Versorgungsvertrags pauschal und zu vergünstigten Konditionen. Bei SRA handelt es sich um ein mathematisches Verfahren, das die Ergebnisse einstündiger Zweikanal-EKG-Aufzeichnungen automatisiert analysiert und dabei bestimmte atypische Muster aufdeckt, die auf ein für Demenz und Schlaganfall ursächliches Vorhofflimmern schließen lassen. Das Besondere daran: Das nicht regelmäßige und in der Regel vom Patienten auch nicht wahrgenommene Vorhofflimmern muss nicht unbedingt während der EKG-Aufzeichnung auftreten, um entdeckt zu werden – es kann grundsätzlich auch zeitlich weiter zurückliegen.
„Weg von der bloßen Behandlung der Folgen und verstärkt hin zur Vermeidung von folgeschweren Erkrankungen – so lautet das eindeutige Commitment des BDN im Sinne der Patienten seiner angeschlossenen Fachärzte“, erklärt BDN-Vorsitzender Dr. med. Uwe Meier. „In diesem Zusammenhang markiert das SRA-Verfahren mit seinen weitgehenden Möglichkeiten der Früherkennung von drohenden Schlaganfall- und Demenzerkrankungen einen wichtigen Meilenstein im Angebot an unsere Mitglieder.“
Bei der Untersuchung wird in der ärztlichen Praxis ein einstündiges Zweikanal-EKG auf eine digitale Speicherkarte aufgezeichnet und daraufhin via Internet anonymisiert an den zentralen Internet-Server von apoplex medical technologies transferiert. Hier deckt ein Algorithmus bestimmte atypische Muster auf, die auf ein Vorhofflimmern schließen lassen – aktuell oder zeitlich weiter zurückliegend. Binnen weniger Minuten erhält der Arzt vollautomatisiert die Analyseergebnisse per E-Mail zurück. Mit dem SRA-Viewer kann er auch einfach und schnell auf alle Details der Original-EKG-Aufzeichnung zugreifen, um auffällige Segmente aus der grafischen Ergebnisdarstellung auf die entsprechenden EKG-Daten zurückzuführen. Auf dieser Basis kann der Arzt gegebenenfalls gezielte Schritte zur Vorfallvermeidung einleiten.
... zur wirksamen Prävention
Das SRA-Verfahren ist dank
des hohen Automatisierungsgrads sicher und günstig. Daher haben sich bereits
erste gesetzliche Krankenkassen wie die KKH dazu entschieden, im Rahmen ihrer
Präventionsprogramme und zur Vermeidung von Schlaganfällen die Kosten der
Untersuchung für ihre Mitglieder aus den Risikogruppen (Alter über 50 Jahre, medikamentös behandelter Bluthochdruck, koronare
Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, Diabetes, Schlaganfall in der Vergangenheit,
Schlafapnoe) zu übernehmen. Ferner erstatten die Privatversicherer die
Kosten und die Patienten können SRA als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)
in Anspruch nehmen.
Hintergrund zu Schlaganfall und SRA
In jedem Jahr erleiden in Deutschland mehr als 250.000
Menschen einen Schlaganfall. Er verursacht rund ein Drittel aller Todesfälle
und ist Auslöser vieler lebenslanger Behinderungen wie Lähmungen, Sprach- und
Sehstörungen. Doch er kommt selten völlig unerwartet, denn Risiken wie
Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck sind bekannt und man kann diese durch
bewusste Lebensführung auch reduzieren. Ein anderer bedeutender Risikofaktor
ist das plötzlich auftretende Vorhofflimmern. In Deutschland sind davon rund
eine Million Menschen betroffen. Hier setzt das SRA-Verfahren an, um
gegebenenfalls rechtzeitig vor einem Schlaganfall-Ereignis eine medikamentöse
Therapie einleiten zu können.
Ergänzendes über die Verbände
Der
Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) e.V. und der Berufsverband
Deutscher Nervenärzte (BVDN) e.V. mit Sitz in Krefeld sind ein deutschlandweiter Zusammenschluss neurologisch und
nervenärztlich tätiger Ärzte zur Wahrung und Vertretung gemeinsamer Interessen.
Die Mitglieder
streben eine verbesserte, qualitätsgesicherte, möglichst flächendeckende
Sicherstellung der ambulanten und stationären neurologischen Versorgung an,
einschließlich der Sicherstellung der Versorgung neurologisch Kranker in
fachfremden, stationären Einrichtungen. Derzeit sind dem Verband etwa 3.500
Fachärzte angeschlossen. Weitere
Informationen sind unter http://www.bv-neurologe.de und www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
erhältlich.
Ergänzendes über apoplex medical technologies
Die apoplex medical technologies GmbH wurde 2004 im
westpfälzischen Pirmasens gegründet und hat sich im Bereich der Medizintechnik
auf neue und innovative Technologieprodukte für die Schlaganfallprävention im
weltweiten Einsatz spezialisiert. Seinen Schwerpunkt legt das Tochterunternehmen
der Geratherm Medical AG auf leicht anwendbare und effiziente Methoden des
sogenannten Patienten-Screenings mittels medizintechnischer Anwendungen zur
Vermeidung von Schlaganfall und vaskulärer Demenz. Das SRA
(Schlaganfall-Risiko-Analyse)-Verfahren ist das erste praktikable
Screeningverfahren für paroxysmales Vorhofflimmern. Es steht in Varianten für
den Einsatz in Arztpraxen, Apotheken und den als Stroke Units bezeichneten
Schlaganfallspezialstationen zur Verfügung. apoplex medical technologies wird durch
ein umfangreiches akademisches und klinisches Netzwerk unterstützt, das die
eigenen Kernkompetenzen aus den Bereichen Mathematik, Physik und Medizin
fachlich ergänzt. Weitere Informationen sind unter www.apoplexmedical.com abrufbar.
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